| Fachbegriff |
Erklärung |
| Absolute Poesie |
Dichtung ohne konkreten Realitätsbezug, die sprachlichen
Bilder werden zu einer eigenen Wirklichkeit zusammengesetzt;
Sprache, Klang und Rhythmus werden ihrer selbst wegen
gepflegt (l'art pour l'art); verwirklicht bei
Baudelaire, Mallarmé, Rimbaud.
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Akzent
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(lat. Zugesang)
Hervorhebung durch besondere Betonung (Erhöhung
der Tonstärke); Versakzent wird durch die Anzahl
der > Hebungen und > Senkungen in einem Vers bestimmt,
die Hebungen ermittelt man durch die natürliche
Betonung eines Wortes. Wortakzent richtet sich nach
der Stammsilbe (z.B.: geben). Satzakzent wird bestimmt
durch die Aussageabsicht. Das, was besonders betont
werden soll, steht am Anfang oder am Ende des Satzes.
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Alexandriner
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Reimvers mit sechshebigem > Jambus, der nach der
dritten > Hebung eine deutliche > Zäsur aufweist.
Beispiel:
Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden
(Gryphius Es ist alles eitel, V.1)
| v _ | v _ | v _ |
| v _ | v _ | v _ | v
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Akkumulation
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(lat. Anhäufung)
Anhäufung von Worten, dadurch größerer
Nachdruck auf der Aussage
Beispiel: Wer zählt die Völker, nennt die
Namen
Die gastlich hier zusammenkamen?
Von Theseus' Stadt, von Aulis Strand,
Von Phokis, vom Spartanerland,
Von Asiens entlegner Küste,
Von allen Inseln kamen sie
(Schiller, Die Kraniche des Ibykus)
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| nach
oben |
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Alkäische Strophe
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Vierzeilige, aus zwei elfsilbigen Versen, einem neun-
und einem zehnsilbigen Vers bestehende antike Strophenform,
benannt nach dem griechischen Dichter Alkaios; die alkäische
Strophe besteht aus Jamben, Trochäen und Dakty-len,
die folgendermaßen angeordnet sind:
v v v v
v v
v v v v v v
v v v v v
v v v v v v
Beispiel: Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
Mich nicht hinabgeleitet; einmal
Lebt' ich wie Götter, und mehr bedarf's nicht
(Hölderlin, An die Parzen)
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Allegorie
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(gr. bildliche Redeweise)
Bildhaft-konkrete Darstellung von etwas Abstraktem,
Allegorie ist das, was sie meint (Unterschied zum >
Symbol)
Beispiel: Greis, der Alter darstellt
Alliteration (Stabreim)
(aus lat. hinzu+Buchstabe)
gleicher Anlaut der Stammsilbe
Beispiel: wiegende Welle
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Alternation
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(lat. abwechseln)
Regelmäßiger Wechsel von einsilbiger >
Hebung und einsilbiger > Senkung
Beispiel:
Fest gemauert in der Erden
Steht die Form aus Lehm gebrannt
(Schiller, Das Lied von der Glocke)
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Anadiplose
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(gr. Verdoppelung)
Verstärkende Wiederholung des letzten Wortes oder
von Teilen des letzten Satzes zu Beginn eines folgenden
Satzes oder Verses
Beispiel:
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen
der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein
goldenes Haar Margarete
(Celan, Todesfuge, V.5f.)
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Anapäst
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(aus gr. Zurückschlagen)
Dreisilbiger > Versfuß, der aus zwei kurzen
(unbetonten) Silben und einer langen (betonten) Silbe
besteht
Beispiel: Anapäst
v v
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Anapher
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(gr. Beziehung)
Wiederholung desselben Wortes oder derselben Wortgruppe
am Anfang von aufeinander folgenden Sätzen oder
Satzgliedern
Beispiel:
Ist sie dann gleichwol was / wem ist jhr Thun bewust?
/
Ist sie auch gut vnd recht/wie bringt sie böse
Lust?
(Opitz, Francisci Petrarchae)
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Anrede
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Formulierung, die sich an Leser wendet
Anspielung
halb versteckte Andeutung
Antithetik
(aus lat. gegen+Behauptung)
Gegenüberstellung von Begriffen oder Inhalten
Beispiel:
Ist Liebe lauter nichts / wie daß sie mich
entzündet? (Opitz, Francisci Petrarchae)
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| nach
oben |
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Apodiktische Aussagen
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(gr. Nachweis, Beweis)
Keinen Widerpruch duldende Aussagen
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Apostrophe
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(gr. Ablenkung)
Abwendung vom Leser
Beispiel:
Fest gemauert in der Erden
Steht die Form, aus Lehm gebrannt.
Heute muß die Glocke werden,
Frisch, Gesellen, seid zur Hand.
(Schiller, Das Lied von der Glocke)
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Archaisierung
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(gr. Anfang)
Benutzung altertümlicher Wörter
Beispiel: sintemal (für da)
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Asklepiadische Strophe
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Antike vierzeilige Strophenform, benannt nach dem Dichter
Asklepiades, mit der folgenden Struktur:
v v v v v v
v v v v v v
v v v v
Beispiel:
Schön ist, Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht
Auf die Fluren verstreut, schöner ein froh Gesicht,
Das den großen Gedanken
Deiner Schöpfung noch einmal denkt
(Klopstock, Der Zürchersee)
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Assonanz
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(gr. gleich tönend)
Halbreim durch Gleichklang der Vokale
Beispiel: Ich weis nicht was ich wil/ich wil nicht
was ich weis
(Opitz, Francisci Petrarchae)
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Asyndeton
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(gr. unverbunden)
Reihung von Sätzen oder Satzgliedern ohne Konjunktion
Beispiel:
Jtzt Blumen / morgen Koth / wir sind ein Wind /
ein Schaum/
Ein Nebel und ein Bach / ein Reiff / ein Thau' /
ein Schatten.
(Gryphius, Thränen in schwerer Krankheit. Anno
1640)
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Attribute
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(lat. Eigenschaft)
Beifügung zur genaueren Bestimmung der Eigenschaft
Beispiel:
(...) ich sitz in tausend Schmertzen
(Gryphius, Thränen in schwerer Krankheit. Anno
1640)
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| nach
oben |
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Auftakt
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Unbetonte, der ersten Hebung vorangehende Silbe(n)
am Versanfang
Beispiel:
Mir ist ich weiß nicht wie / ich seufftze
für und für.
(Gryphius, Thränen in schwerer Krankheit. Anno
1640)
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Aufzählungen
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(> Trias)
Häufung von Begriffen oder Ausdrücken
Beispiel: s. Beispiel unter Asyndeton
Ausruf
Ausrufungssatz
Beispiel:
Der edle Mensch
Sei hilfreich und gut! (Goethe, Das Göttliche)
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Binnenreim
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> Reimformen
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Bänkelsang
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Im 17. Jh. von umherziehenden Schaustellern zu Drehorgelmusik
vorgetragene Geschichten, mit spannend-schauerlichem
und lehrhaftem Inhalt (> Moritat). Die Bezeichnung
kommt von der Holzbank, von der aus diese Geschichten
vorgetragenen wurden.
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Ballade
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(ital. Tanzlied)
Ursprünglich ein zum Tanzen gesungenes Lied, heute
versteht man darunter eine knapp skizzierende Erzählung
in Strophenform, die ein geheimnisvolles, außergewöhnliches
Ereignis mit meist tragischem Ende aus der Geschichte,
der Sage, der Legende oder aus dem zeitgenössischen
Geschehen thematisiert. Die Spannung wird im Schluss,
der Pointe, aufgelöst. Man unterscheidet Volksballaden,
die als einfache Erzählungen mündlich tradiert
wurden, und Kunstballaden, die von einem Dichter gestaltet
werden und meist einen kunstvollen Aufbau besitzen.
Beispiel: Schiller, Der Ring des Polykrates,
Goethe, Der Zauberlehrling
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Bild
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Sprachliche Form des anschaulichen, aber uneigentlichen
Sprechens, d.h., der sprachliche Ausdruck meint nicht
das Bild, sondern etwas anderes.
Beispiel:
Hektor ist stark wie ein Löwe. Das sprachliche
Bild kann verschiedene Formen
haben, z.B. > Allegorie, > Chiffre, > Emblem,
> Metapher, >Personifizierung, > Symbol, >
Synekdoche, > Vergleich.
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Bilderlyrik
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Gedichte, bei denen die grafische Anordnung des Textes
eine bildliche Ergänzung zum Inhalt ist.
Beispiel:
Wörter
Meine Fallschirme
Mit euch
springe
ich
ab
Ich fürchte nicht die Tiefe
Wer euch richtig
öffnet
schwebt
(Bienek, Wörter)
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Blankvers
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reimloser, fünfhebiger > Jambus
Beispiel:
Es eifre jeder seiner unbestochnen,
Von Vorurteilen freien Liebe nach! (Lessing,
Nathan)
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| nach
oben |
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Chevy-Chase-Strophe
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(engl. Jagd auf den Cheviotbergen)
Strophenform der englischen Volksballade (15. Jh.)
mit folgendem Aufbau:
v v v v
v v v
v v v v
v v v
Charakteristisch ist besonders die männliche Kadenz
aller Verse.
Beispiel:
Der Weltraum fernt mich weit von dir,
So fernt mich nicht die Zeit.
Wer überlebt das siebzigste
Schon hat, ist nah bei dir.
(Klopstock, Das Wiedersehen)
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Chiasmus
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(Name von Gestalt des gr. Buchstaben c)
Überkreuzung von Satzgliedern oder Wortgruppen,
die sich inhaltlich oder formal entsprechen
Beispiel: Die Kunst ist lang und kurz ist unser
Leben (Goethe, Faust)
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Chiffre
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(frz. Zahl, Ziffer)
Sprach- oder Bildsymbol, das verkürzt auf einen
komplexen Zusammenhang, der meist aus dem Kontext erschlossen
werden muss, verweist.
Beispiel: Stadt (Trakl, An die Verstummten)
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Daktylus
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(gr. Finger)
Dreisilbiger > Versfuß, der aus einer langen
(betonten) Silbe und zwei kurzen (unbetonten) Silben
besteht
Beispiel:
Daktylus
v v
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Diminutive
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(lat. Verkleinerung)
Verkleinerungsform eines Nomens durch Anhängung
von -chen
Beispiel: Kindchen
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Dinggedicht
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distanzierte, objektive" Beschreibung von
Dingen durch ein ganz aus dem Gedicht zurückgezogenes
lyrisches Ich
Beispiel: Heym, Der Krieg
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Dingsymbol
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(gr. Kennzeichen, Merkmal)
Gegenstand mit übertragener Bedeutung und Leitmotivcharakter
(> Symbol)
Beispiel: die Glocke in Schillers Das Lied von der
Glocke
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Distichon (Plural: Distichen)
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(gr. Doppelvers)
Antike Strophenform, die aus einem > Hexameter und
einem > Pentameter besteht
Beispiel:
Im Hexameter steigt des Springquells flüssige
Säule,
Im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab
(Schiller Das Distichon)
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Elegie
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(vielleicht von gr. Flöte)
Ursprünglich Bezeichnung für ein in >
Distichen abgefasstes Gedicht; später als Bezeichnung
für Klagegedicht
Beispiel: Zuckmayer, Elegie von Abschied und Wiederkehr
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| nach
oben |
| Ellipse |
(gr. Auslassung)
Auslassung eines Wortes/Satzgliedes in einem Satz
Beispiel:
Jtzt Blumen / morgen Koth / wir sind ein Wind /
ein Schaum
(Gryphius, Thränen in schwerer Krankheit. Anno
1640)
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Emblem
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(gr. Einlegearbeit)
Kunstform, entstanden im Barock, die in einer Dreiteilung
in Überschrift, Bild und erläuternden Text
die symbolische Darstellung eines Sachverhaltes unternimmt.
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Endreim
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Gleichklang einer oder mehrerer Silben von der letzten
Hebung an
Beispiel:
Ich weine Tag und Nacht / ich sitz in tausend Schmertzen;
Und tausend fürcht ich noch / die Krafft in meinem
Hertzen
(Gryphius, Thränen in schwerer Krankheit. Anno
1640)
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Enjambement
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(frz. Überschreitung)
Zeilensprung, Vers- und Satzende stimmen nicht überein,
dadurch besondere Hervorhebung des Inhalts, Zeichen
von Zusammenordnung / Zusammengehörigkeit, Steigerung
der Dynamik
Beispiel:
du solltest dich einrichten, denn
wer sagte,
man müsse das Leben tapfer durchleben?
(Szymborska, Werbeprospekt)
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Epigramm
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(gr. Aufschrift)
Sinngedicht, meist als Zweizeiler, das einen Gedanken
treffend formuliert (Kurzform der > Gedankenlyrik)
Beispiel:
Spruch, Widerspruch: Ihr müßt mich nicht
durch Widerspruch verwirren!
Sobald man spricht, beginnt man schon zu irren.
(Goethe, Epigrammatisch)
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Epipher
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(gr. Zugabe)
Wiederholung desselben Wortes oder derselben Wortgruppe
am Ende aufeinander folgender Satzglieder oder Sätze
Beispiel:
Ich sah auf dich und weinte nicht. Der Schmerz
Schlug meine Zähne knirschend auseinander;
Ich weinte nicht. (...)
(Schiller, Don Karlos)
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Erlebnislyrik
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Überholter Begriff für ein Gedicht, in dem
ein lyrisches Ich Stimmungen und Gefühle ausdrückt;
diese Stimmungen beeinflussen die äußere
Wahrnehmung
Beispiel: Eichendorff Mondnacht
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Erweiterter Reim
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Gleichklang von Wörtern zweier oder mehr Verse,
der schon vor der letzten Hebung einsetzt
Beispiel:
Freude dem Sterblichen,
den die verderblichen,
schleichenden, erblichen
Mängel umwandeln. (Goehte, Faust)
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| nach
oben |
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Euphemismus
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(gr. Worte von guter Vorbedeutung sprechen)
positive Umschreibung negativer Sachverhalte, dadurch
Verschleierung der Realität, Beschwichtigung
Beispiel: Freisetzung von Arbeitskräften für
Entlassung
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Erzählgedicht
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> Ballade
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Farbsymbol
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(Farbe + gr. Kennzeichen, Merkmal)
Konkrete Zeichen, in diesem Falle Farben, die auf abstrakten
Inhalt hindeuten. Beispiele für Farbsymbole und
ihre gängigen Bedeutungen:
braun: Farbe des Bodens, mütterliche Farbe,
im Mittelalter Symbol der Demut; auch als Farbe der
Nationalsozialisten
blau: Farbe der Unendlichkeit, Sehnsucht, Treue
und Verlässlichkeit, auch als Trauerfarbe und Farbe
des Bösen
gelb: Fruchtbarkeit, Sinnlichkeit, auch negativ
als Farbe der Ausgestoßenen, Farbe des Neides
grün: Farbe der Hoffnung, des aufbrechenden
Lebens, der Liebe, auch negativ als Farbe des Todes
weiß: Farbe der Reinheit, der Unschuld,
auch als Farbe der Trauer
rot: Farbe des Lebens, der Liebe, auch für
Kampf, Gefahr, Blut; in der Bibel auch für Sünde
violett: Treue, auch Buße
schwarz: Farbe des Unglücks, der Trauer,
des Bösen
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Figurengedicht
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> Bilderlyrik
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Freie Rhythmen
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Gedicht, bei dem feste metrische Formen, Reime, gleiche
Vers- oder Strophenlänge aufgegeben werden, rhythmisch
zumeist stark gegliedert (Unterschied zur Alltagssprache
des > Prosavers)
Beispiel: Goethe Prometheus, Gesang der Geister
über den Wassern
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Freie Verse
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Gedicht, das wie > freie Rhythmen unterschiedliche
Verslängen aufweist; im Gegensatz zu > freie
Rhythmen mit Reim und metrischem Schema
Beispiel:
Als mich mein Traum verschlug,
Fand ich mich wandern im schönsten Nachmittag
Den Hügel nieder, der schwebte und mit Flügeln
schlug.
Zu meinen Füßen lag
Das Land in goldenem Staat,
Das Land in Schwaden rauschend der gereiften Saat.
(Werfel, Der Ritt)
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Gattung
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Bezeichnung für die Naturformen der Poesie
(Goethe), Lyrik, Drama, Epik, die
sich auch gegenseitig durchdringen können; der
Begriff Gattung wurde in neuerer Zeit durch Textsorte
ersetzt.
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Gedankenlyrik
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Gedicht, in dem philosophische oder theologische Gedanken
gestaltet werden
Beispiel: > Epigramm
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Ghasel
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(arab. Gespinst)
Orientalische Gedichtform, bei der der erste Vers des
Gedichtes das Reimwort für alle geraden Verse vorgibt;
die ungeraden Verse bleiben reimlos.
Beispiel:
Der Strom, der neben mir verrauschte, wo ist er nun?
Der Vogel, dessen Lied ich lauschte, wo ist er nun?
Wo ist die Rose, die die Freundin am Herzen trug,
Und jener Kuß, der mich berauschte, wo ist er
nun?
Und jener Mensch, der ich gewesen, und den ich längst
Mit einem andern Ich vertauschte, wo ist er nun?
(Platen)
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| nach
oben |
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Gleichnis
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Erweiterter Vergleich, bei dem ein tertium comparationis
_ ein Vergleichspunkt _ die Verbindung zwischen
Bild- und Sachhälfte herstellt
Beispiel: Goethe, Gesang der Geister über den
Wassern
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Groteske
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Verbindung von Unvereinbarem, dadurch Erheiterung,
Wecken von Interesse, eventuell auch Entsetzen
Beispiel: Dürrenmatt, Die Physiker
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Haiku
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(jap. Kettengedicht)
Kürzeste japanische Dichtform, bestehend aus drei
Versen mit insgesamt 17 Silben nach dem Schema fünf
Silben (1. Vers), sieben Silben (2. Vers), fünf
Silben (3. Vers)
Beispiel:
Der uralte Teich
Von dem Laubfroschsprung erzeugt:
Wasser-plitsch-platsch-laut. (Baschô)
Oder auch:
Lernen musst du heut.
Wenn du Bange-Bücher nimmst
Geht es wie von selbst.
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Hebung
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Bezeichnung für die betonte Silbe im Vers, Bezeichnung
z.B. mit
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Hendiadyoin
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(gr. eins durch zwei)
Ausdruck eines Sachverhaltes durch zwei gleichbedeutende
Substantive oder Verben
Beispiel: Rauch und Dunst (Gryphius, An sich
selbst)
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Hexameter
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(gr. sechs und Maß)
Antiker Vers, der aus sechs Versfüßen besteht
und meist mit Daktylen gefüllt ist
Beispiel:
Sing, unsterbliche Seele, der sündigen Menschen
Erlösung,
Die der Messias auf Erden in seiner Menschheit vollendet
(Klopstock, Messias)
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Hochwertwörter (auch religiöse Sprache)
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Verwendung von Wörtern mit hohem moralischen oder
religiösen Anspruch
Beispiel: Treue, Standhaftigkeit, Heiligkeit;
Feierlichkeit und Ernsthaftigkeit der Aussage werden
unterstrichen.
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Humor
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(lat. Körpersaft)
Haltung, die auch noch in widrigen Lebensumständen
versöhnlich gestimmt ist und das Liebenswerte in
der Unzulänglichkeit zu erkennen sucht; Gegensatz
zum versöhnlichen Humor ist der schwarze Humor
mit zynisch-pessimistischer Konfrontation.
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Hymne
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(gr. Festgesang)
Loblied auf Helden oder mit religiösem Inhalt,
festlicher Grundton, nicht auf ein bestimmtes metrisches
Schema festgelegt
Beispiel: Goethe, Ganymed
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| nach
oben |
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Hyperbel
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(gr. Darüberhinauswerfen)
Übertreibung
Beispiel:
Mir ist ich weiß nicht wie / ich seufftze für
und für.
Ich weine Tag und Nacht / ich sitz in tausend Schmertzen
(Gryphius, Thränen in schwerer Krankheit. Anno
1640)
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Hypotaxe
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(gr. Unterordnung)
Fügung aus Haupt- und Nebensatz
Beispiel:
Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt,
mich stumm an deinem heil'gen Wert vergnüge,
dann hör' ich recht die leisen Atemzüge
des Engels, welcher sich in dir verhüllt (Mörike,
An die Geliebte)
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Ideologiesprache
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(gr. Lehre von den Ideen)
Begriffe, die von einer politischen Weltanschauung
bestimmt sind
Beispiel:
Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder
wechselnd
Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
Wenn da nur Unrecht war und keine Empörung.
(Brecht, An die Nachgeborenen)
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Inversion
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(lat. Umstellung)
Umkehr der gewöhnlichen Wortfolge, meist Subjekt
nach Prädikat, Herausstellung bedeutungstragender
Wörter, Erhöhung der Eindringlichkeit
Beispiel: Fällt hin der Mann (Haufs, Jeden
Tag)
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Ironie
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(gr. Verstellung, Vorwand)
Unwahre Behauptung, die das Gegenteil von dem meint,
was sie ausdrückt
Beispiel: Das ist aber ein schönes Wetter (bei
Regen).
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Jambus
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(gr. schleudern)
Zweisilbiger > Versfuß, der aus einer kurzen
(unbetonten) und einer langen (betonten) Silbe besteht
Beispiel:
Es eifre jeder seiner unbestochnen,
Von Vorurteilen freien Liebe nach! (Lessing,
Nathan)
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Kadenz
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(zu lat. fallen)
Form des Versendes, einsilbig (stumpfe oder männliche
Kadenz) oder zweisilbig (klingende oder weibliche Kadenz)
Beispiel:
männliche Kadenz:
Acht Pfennige, das war das ganze Geld.
Ich scharrt' ihn ein auf selbigem Feld (Chamisso,
Die Sonne bringt es an den Tag)
weibliche Kadenz:
Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnt erweichen (Heine,
Die schlesischen Weber)
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Kehrreim
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> Refrain
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Kinderlied
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Für Kinder gedachtes Lied, das sich durch kurze,
einfache Strophen und eingängige Reime auszeichnet;
besonders in der Romantik und im Biedermeier beliebt.
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| nach
oben |
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Klapphornvers
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Form des > Nonsens-Gedichts; Parodie auf ein Gedicht
von Friedrich Daniel:
Zwei Knaben gingen durch das Korn,
Der andere blies das Klappenhorn.
Er konnt es zwar nicht ordentlich blasen,
Doch blies er's wenigstens einigermaßen.
Parodie behält zumeist den ersten Vers und die
Reimwörter bei.
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Klimax
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(gr. Leiter)
Steigernde Aufzählung vom schwächeren zum
stärkeren Begriff (Gegenteil: Antiklimax)
Beispiel: Er kam, sah, siegte.
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Knittelvers
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Paarweise gereimter Vierheber, beliebt vor allem in
volkstümlichen Versen oder in Kinderliedern; freie
Knittelverse weisen unregelmäßige Füllung
der Senkungen auf, strenge Knittelverse füllen
die Senkung nur mit einer Silbe.
Beispiel:
Da steh ich nun ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Heiße Magister, heiße Doktor gar,
Und ziehe schon an die zehen Jahr'
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum _
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen. (Goethe,
Faust)
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Kolon
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(gr. körpergliedartiges Gebilde)
Wort oder Wortgruppe als Sprecheinheit, bedingt durch
Atempause oder Wechsel der Tonhöhe, nicht abhängig
vom Metrum oder vom Versende
Beispiel: (die einzelnen Kola sind durch // gekennzeichnet)
Es ist so still, // die Heide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle, //
Ein rosenroter Schimmer fliegt //
Um ihre alten Gräbermale; //
Die Kräuter blühn; // der Heideduft
Steigt in die blaue Sommerluft. // (Storm, Abseits)
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| Komik |
(gr. nächtlicher Umzug)
Effekt, der sich als Lächeln, Lachen oder Spott
äußert und der auf dem Wider-spruch zwischen
angestrebtem und tatsächlichem Sinn, zwischen Schein
und Sein beruht.
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Konkrete Poesie
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Form der modernen Lyrik, die sich der Sprache z.B.
unter visuellen oder akustischen Gesichtspunkten bedient
(z.B. in Form ornamentaler Anordnung)
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Kreuzreim
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> Reimformen |
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Kunstballade
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> Ballade
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Langvers
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Einheit, die aus zwei Kurzversen mit 2-4 Hebungen besteht
und durch einen Einschnitt voneinander getrennt ist
(> Zäsur); besonders in der germanischen und
mittelhochdeutschen Dichtung; ein Langvers ist auch
der im Barock beliebte Alexandriner.
Beispiel: Uns ist in alten maeren wunders vil geseit
(Nibelungenlied)
und Opitz, Francisci Petrarchae
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Lautmalerei
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Nachahmung von Lauten mit Hilfe der zur Verfügung
stehenden Wörter
Beispiel:
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach:
Klipp. Klapp! (Anschütz)
|
| nach
oben |
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Lehrhafte Dichtung
|
Gedicht, meist aus dem Bereich der > Gedankenlyrik,
mit einem lehrhaften, moralischen, aufklärenden
Inhalt
Beispiel: Gellert, Der Tanzbär
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Leitmotiv
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Gegenstand, Situation oder Formulierung, die durch
Wiederholung der Charakterisierung bzw. als Strukturhilfe
dienen
Beispiel: die Glocke in Schillers Das Lied von der
Glocke
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Lied
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Sangbare oder tatsächlich zu einer Melodie gesungene,
strophisch gegliederte und gleichmäßig aufgebaute
lyrische Kurzform, besonders in der Romantik beliebt,
vgl. Vertonungen von Schubert; Bezeichnung steht auch
für einfache
Gedichte mit besonderer Betonung des Rhythmus.
Beispiel: Goethe, Mailied
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Limerick
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(Name einer irischen Stadt)
Zählt zu > Nonsens-Gedicht; einstrophiger Fünfzeiler
mit dem Reimschema aabba, Hebungszahl vorgeschrieben:
3, 3, 2, 2, 3, im letzten Vers zumeist unsinnige, groteske
Wendung
Beispiel:
There was a young lady of Riga,
Who rode with a smile on a tiger.
They returned from the ride
With the lady inside
And a smile on the face of the tiger. (Kipling)
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Litotes
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(gr. Einfachheit)
Verneinung des Gegenteils
Beispiel: nicht schlecht
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Lyrisches Ich
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Bezeichnung für den Sprecher im Gedicht (= Erzähler
in epischen Texten), darf nicht mit dem Dichter verwechselt
werden, auch wenn es ihm in Stimmungen und Gedanken
sehr nahe kommt
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Metapher
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(gr. Übertragung)
Bildhafter Ausdruck, bildhafte Unterstützung der
Aussage, Verstärkung der Suggestion im Dienste
von Aufwertung oder Abwertung
Beispiel: corall der lippen (Hofmann von Hofmannswaldau,
Vergänglichkeit der Schönheit)
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Metonymie
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(aus gr. einen anderen Namen bekommen)
Umbenennung, indem verwandte Begriffe vertauscht werden
Beispiel: Sie liest Kafka.
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Metrum
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(gr. Maß)
1. Bezeichnung für kleinste Einheit im Vers (=
Versfuß), mehrere Metren bilden das Versmaß
2. Bezeichnung für Versmaß, das sich nach
Betonung und Dauer bestimmt und den Takt (Versfuß)
als kleinste rhythmische Einheit hat. Aufgrund der natürlichen
Sinnbetonung unterscheidet man die Versfüße
> Jambus, > Trochäus, > Daktylus, >
Anapäst.
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Minnesang
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Hauptform der weltlichen Lyrik des Mittelalters; als
unterhaltsame Gesellschaftsdichtung (keine Erlebnislyrik)
gedachte Liebesdichtung, in der höfische Ideale
wie triuwe und mâze verarbeitet
werden
Beispiel: Albrecht von Johansdorf, Ich vant âne
huote
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Montage
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(frz. Zusammenstellung, Aufbau)
Ausdruck aus Film, Drama, Epik und Lyrik, der die Zusammenstellung
von Teilen unterschiedlicher Herkunft zu einem neuen
Sinnzusammenhang meint; Ziel: Sichtbarmachung von Zusammenhängen,
Anregung zum Nachdenken
Beispiel: Markenstecher Uhrenkleber, aus: Markenkleber,
Stechuhr, Manitypistin Stenoküre, aus: Stenotypistin,
Maniküre (Enzensberger, Bildzeitung)
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| nach
oben |
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Moritat
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Lied des Bänkelsängers zur Drehorgel, Inhalt
zumeist schaurige Mordgeschichte, andere Bezeichnung
für > Bänkelsang
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Motiv
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(lat. bewegen)
Beweggrund von Handlung; in der Dichtung auch als abstraktes
thematisches Grundschema
Beispiel: Motiv der zwei Identitäten in Annette
von Droste-Hülshoffs
Judenbuche und Das Spiegelbild
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Naturlyrik
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Bezeichnung für Gedichte mit Beschreibungen von
Naturerscheinungen
Beispiel: Goethe, Mailied
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Neologismus
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(aus gr. neu + Wort)
Wortneuschöpfung
Beispiel: Knabenmorgenblütenträume (Goethe,
Prometheus)
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Nominalstil
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Übertriebener Gebrauch von Substantiven
Beispiel: der Verkauf des Hauses des der Stadt Entflohenen
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Nonsens-Gedicht
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(engl. Unsinn)
Gedicht, das in formaler und/oder inhaltlicher Hinsicht
zwar korrekt bzw. stimmig ist, das aber keinen Sinn
ergibt
Beispiel:
Kroklokwafzi? Semememi!
Seiokrontro _ prafriplo:
Bifzi, bafzi; hulalemi:
Quasti basti bo...
Lalu lalu lalu lalu la! (Morgenstern, Das
große Lalula)
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Ode
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(gr. Gesang, Lied)
Feierliches, meist reimloses Gedicht mit festgelegter
Strophenform, das von Erhabenheit und Würde geprägt
ist. Odenstrophen sind z.B. die > Alkäische
Strophe, > Asklepiadische Strophe, Sapphische Strophe
Beispiel:
Schön ist, Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht
Auf die Fluren verstreut, schöner ein froh Gesicht,
Das den großen Gedanken
Deiner Schöpfung noch einmal denkt.
(Klopstock, Der Zürcher See)
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| Oxymoron |
(aus gr. scharf + dumm)
Verbindung einander widersprechender Begriffe
Beispiel: kalte Hitze
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Paarreim
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> Reimformen
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Paradoxon
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(gr. gegen + Meinung, Lehre)
Scheinwiderspruch
Beispiel: Im Sommer ist mir kalt / im Winter ist
mir heiß
(Opitz, Francisci Petrarcae)
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Parallelismen
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(gr. gleichlaufend)
Wiederholung von gleichen syntaktischen Fügungen
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| nach
oben |
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Parataxe
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(gr. Danebenstellen)
Aneinanderreihung von Hauptsätzen
Beispiel:
Ernst isst, Heike schläft, Klaus singt und
Henriette liest.
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Parenthese
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(gr. Einschub)
Vollständiger Satz wird in geschlossene Satzkonstruktion
eingeschoben
Beispiel:
Es war früh am Morgen die Sonne
war schon aufgegangen , als sie endlich zu Hause
ankamen.
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Parodie
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(gr. Gegengesang)
Form eines bekannten Gedichtes (oder eines anderen
literarischen Werkes) wird übernommen und mit einem
neuen, meist nicht zum ursprünglichen Gehalt passenden
Inhalt versehen (Gegenteil ist die Travestie, bei der
der ursprüngliche Inhalt in eine veränderte
Form eingepasst wird.)
Beispiel:
Er stand auf seines Daches Zinnen,
Und schaute mit vergnügten Sinnen
Auf zwei belegte Brote hin.
Dies alles ist mir viel zu wenig",
Begann er zu Ägyptens König,
Gestehe, dass ich hungrig bin." (Parodie
auf Schiller, Ring des Polykrates)
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Pars pro toto
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> Synekdoche
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Pentameter
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(gr. fünf und Maß)
Antikes Versmaß, das, anders als der Name vermuten
lässt, aus sechs Hebungen besteht (dritter und
sechster Daktylus ohne Senkung), daher als verkürzter
Hexameter zu betrachten.
Beispiel:
Im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab.
(Schiller, Das Distichon)
v v v / / v v v v
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Periphrase
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(aus gr. ringsum einschließen)
Umschreibung eines Begriffs
Beispiel: dem großen Tröster (für
Gott) aus Gryphius, An sich selbst
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Personifizierung
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(aus gr. Person + machen)
Vermenschlichung
Beispiel: die müde Seele ruft (Gryphius,
An sich selbst)
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Pleonasmus
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(aus gr. reichlich vorhanden sein)
Zusammenstellung von Wörtern mit ähnlicher
Bedeutung
Beispiel: weißer Schimmel
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Poesie
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(gr. machen)
Allgemeine Bezeichnung für Dichtung; als Bezeichnung
für Versdichtung steht sie im Gegensatz zur >
Prosa
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Pointe
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(frz. Spitze, Schärfe)
Überraschende und effektvolle Wendung durch einen
geistreichen Schluss-gedanken
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politische Lyrik
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Gedichte, die politische Themen zum Inhalt haben. Ziel:
Schärfung des Be-wusstseins, der Kritikfähigkeit,
auch politische Beeinflussung des Lesers
Beispiel: Brecht, An die Nachgeborenen
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Polysyndeton
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(aus gr. viel + verbunden)
Verbindung einzelner Wörter oder Satzglieder mit
der gleichen Konjunktion
Beispiel: Die Zeitung und das Fernsehen und das Radio
und das Internet sind
wichtige Informationsquellen.
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| nach
oben |
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Prosa
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(lat. geradeaus gehende Rede)
Nicht durch Reim oder Metrum gebundene Redeweise, Gegensatz
zur > Poesie im engeren Sinne
Beispiel: > Prosa-Gedicht
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Prosa-Gedicht
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Lyrische Bearbeitung eines Stoffe, ohne Endreim oder
exaktes Metrum, ohne besonders betonten Rhythmus (Mitte
zwischen rhythmischer Prosa und > freien Rhythmen)
Beispiel:
Das kleine Haus unter Bäumen am See.
Vom Dach steigt Rauch.
Fehlte er,
Wie trostlos dann wären
Haus, Bäume und See. (Brecht, Der Rauch)
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Refrain
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(provenz. regelmäßiges Sichbrechen der
Wellen an Klippen)
Wörtliche oder leicht veränderte Wiederholung
eines Textteils in einem Gedicht oder einem Lied
Beispiel:
Röslein, Röslein Röslein rot,
Röslein auf der Heiden. (Goethe, Heidenröslein)
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Reim
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Gleichklang zweier oder mehrerer Wörter vom letzten
betonten Vokal an
Beispiel:
Die Mitternacht zog näher schon;
In stummer Ruh lag Babylon. (Heine, Belsazar)
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Reimformen
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Binnenreim: Reimwörter innerhalb einer
Verszeile
Beispiel: (nächste Seite)
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es
Ewig wechselnd. (Goethe, Gesang der Geister
über den Wassern)
Kreuzreim: a b a b
Beispiel:
Ich vant âne huote
die vil minneclîchen eine stân.
sâ dô sprach diu guote,,waz welt
ir sô eine her gegân?' (Albrecht von
Johansdorf, Ich vant âne huote)
Paarreim: a a b b
Beispiel:
Nur oben in des Königs Schloß,
Da flackert's, da lärmt des Königs Troß.
(Heine, Belsazar)
Umschließender Reim: a b b a
Beispiel:
Sooft der Mond mag scheinen,
Gedenk' ich dein allein,
Mein Herz ist klar und rein,
Gott wolle uns vereinen! (Brentano, Der Spinnerin
Lied)
Schweifreim: a a b c c b
Beispiel:
Als mitten in dem Feld mich / HErr / der Todt ergriff
/
Der hinter mir in Sturm / vor mir in Flammen lieff
/
Vor mir die Bahn verfällt / und über mir
die Hütten
In leichte Splitter stieß. Doch lebt ich /
HErr / durch dich /
Mir selber war ich todt / dein Engel wacht um mich
/
Stets neu gebohren wird / den GOtt wil stets begütten.
(Gryphius, Auf das grausame Ungewitter)
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| nach
oben |
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Reiner Reim
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Reimsilben zweier Verse sind vollkommen identisch
Beispiel: verwesen, erlesen
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Rhetorische Fragen
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(gr. die Redekunst betreffend)
Uneigentliche Fragen, die Zustimmung oder Ablehnung
implizieren
Beispiel: Ist damit nicht alles in bester Ordnung?
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Rhythmus
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(zu gr. fließen)
Harmonische Sprachbewegung, die aus dem Metrum und
der dem natürlichen Sinn folgenden Betonung resultiert
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Rollengedicht
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Lyrisches Ich spricht aus einer bestimmten Rolle heraus,
die meist durch den Titel definiert wird Beispiel: Goethe,
Prometheus, Bürger, Der Bauer
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Romanze
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Romanisches Gegenstück zur > Ballade
Beispiel: Heine, Romanzero
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Romanzenstrophe
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In altspanischer Dichtung: achthebiger, trochäischer
Vierzeiler mit Mittelzäsur und Assonanz; in neuerer
spanischer Lyrik vierhebiger, reimloser Vierzeiler mit
Trochäen; in deutscher Poesie meist mit Kreuzreim
und wechselnden Kadenzen
Beispiel:
Reich gezieret mit Geschenken
Seiner schönen Lindaraja,
Reiset ab der tapfre Gaul,
Geht nach Gelves zum Turniere.
Mit sich führet er vier Pferde,
Reich bedeckt mit goldnen Decken,
Wo sich tausendmal der Name
Bencerraja schlingt in Golde. (Herder, Gazul
und Zaida)
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Rührender Reim
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Gleichklang zweier oder mehrere Wörter vom letzten
betonten Vokal an, der auch die davor stehenden Konsonanten
einschließt
Beispiel: schwirrt es / Wirtes
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Satire
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(lat. mit verschiedenen Früchten gefüllte
Opferschale)
Keine Gattung, sondern eine Haltung, die mit allen
literarischen Gattungen eine Verbindung eingehen kann.
Kennzeichen: spöttische Haltung, die kritisiert
und dadurch eine Verbesserung der Zustände erreichen
will.
Beispiel:
Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
Und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.
Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
Wie seinerzeit auf den Bäumen. (Kästner,
Die Entwicklung der Menschheit)
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| nach
oben |
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Scherzgedicht
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> Nonsens-Gedicht
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Schüttelreim
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Reimspiel durch Vertauschung der anlautenden Konsonanten
der Reimsilben
Beispiel: Karl geht es heute richtig schlecht //
Er gab mir vorhin sogar Recht.
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Schweifreim
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> Reimformen
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Senkung
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Unbetonte Silbe im Gegensatz zur betonten Silbe (>
Hebung). Bezeichnung
z.B. mit v
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Sinnbild
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Deutsches Wort für > Symbol bzw. > Emblem
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Sinngedicht
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Deutsches Wort für > Epigramm
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Sonett
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(zu ital. Ton, Klang)
Streng aufgebaute Gedichtform, bestehend aus zwei Quartetten
und zwei Terzetten
Beispiel: Gryphius, Thränen in schwerer Krankheit.
Anno 1640
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Stabreim
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> Alliteration |
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Stanze
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(ital. Zimmer)
Strophenform aus fünfhebigen jambischen Achtzeilern
mit abwechselnd männlicher und weiblicher Kadenz
und festgelegtem Reimschema: ab ab ab cc
Beispiel:
Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch' ich wohl, euch diesmal festzuhalten?
Fühl' ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?
Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr
walten,
Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt;
Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert
Vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert. (Goethe,
Faust I, Zueignung)
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Stil
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(lat. Griffel)
Besondere Eigenart einer künstlerischen Darstellung
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Stimmungslyrik
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> Erlebnislyrik
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Strophe
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(gr. Wendung)
Verbindung mehrerer Verse zu einer Sinneinheit als
(auch optisches) Gliederungselement eines Gedichtes
Beispiel:
Zum Frühstück Meister Nikolas;
Die junge Hausfrau schenkt' ihm ein,
Es war im heitern Sonnenschein. _
Die Sonne bringt es an den Tag.Die Sonne blinkt
von der Schale Rand,
Malt zitternde Kringeln an die Wand;
Und wie den Schein er ins Auge faßt,
So spricht er für sich, indem er erblaßt:
Du bringst es doch nicht an den Tag."
(Chamisso, Die Sonne bringt es an den Tag)
|
| nach
oben |
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Superlativ
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(lat. überragend)
Höchststufe bei der Komparation des Adjektivs
Beispiel: die einsamsten Lebewesen
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Symbol
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(gr. Kennzeichen, Merkmal)
Konkrete Zeichen, die auf abstrakten Inhalt hindeuten
Beispiel: Herz als Symbol für Liebe
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Synästhesie
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(aus gr. zusammen + Wahrnehmung)
Vermischung verschiedener Sinneswahrnehmungen
Beispiel:
Betäubt kehr' ich den Blick nach oben hin,
zum Himmel auf - da lächeln alle Sterne;
ich kniee, ihrem Lichtgesang zu lauschen. (Mörike,
An die Geliebte)
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Synekdoche
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(gr. andeutend)
Engerer Begriff steht für weiteren Begriff, ein
Teil steht für das Ganze
(pars pro toto)
Beispiel: der Mensch für die Menschheit
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Takt
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> Metrum
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|
Tautologie
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(gr. dasselbe + Wort)
Ausdruck eines Sachverhaltes durch zwei sinnverwandte
Wörter
Beispiel: gut vnd recht (Opitz, Francisci
Petrarchae)
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Terzine
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Kettenreim (a b a b c b
c d c d e d
usw.), bestehend aus fünffüßigen Jamben
Beispiel:
Wir sind aus solchen Zeug wie das zu Träumen,
und Träume schlagen so die Augen auf
Wie kleine Kinder unter Kirschenbäumen,
Aus deren Krone den blaßgoldnen Lauf
Der Vollmond anhebt durch die große Nacht.
... Nicht anders tauchen unsre Träume auf.
(von Hofmannsthal, Über die Vergänglichkeit
III)
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Trias
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(gr./lat. Dreiheit)
Drei-Wort-Häufung
Beispiel:
(...) schön besudelt mit Strafzetteln,
Schweiß,
atomarem Dreck: (...) (Enzensberger, Bildzeitung)
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|
Trochäus
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(gr. laufen)
Zweisilbiger Versfuß, der aus einer langen (betonten)
und einer kurzen (unbetonten) Silbe besteht
Beispiel: Mauer ( v), Leben ( v)
|
|
Umgangssprachliche Wendungen
|
Worte aus der gesprochenen Sprache
Beispiel:
Fällt hin der Mann. Steht auf
Kriegt Fresse voll. Ein Fotograf macht Geld
Mit seinem Blut. (...) (Haufs, Jeden Tag)
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Umschließender Reim
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> Reimformen
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Unreiner Reim
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Reimsilben zweier Verse sind ähnlich, aber nicht
identisch
Beispiel: spannte/Lande
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Verbalstil
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Art des Schreibens, bei der zahlreiche bedeutungstragende
Verben vorkommen
Beispiel:
Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,
er steigt um ihr wehendes Haar,
er fällt ihr ins Wort,
er befiehlt ihr zu schweigen,
er findet sie sterblich
und willig dem Abschied
nach jeder Umarmung.
Sieh dich nicht um. (Bachmann, Die gestundete
Zeit)
|
| nach
oben |
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Vergleich
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Verbindung zweier Bereiche mittels eines Vergleichspunkts
(tertium comparationis), zumeist mit dem Vergleichswort
wie
Beispiel: Er ist so stark wie ein Löwe.
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Vers
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(lat. Reihe, Zeile, Umwendung)
Gegliederte, poetisch gestaltete Wortfolge (Gegensatz:
Prosa)
Beispiel:
Gemächlich in der Werkstatt saß
Zum Frühstück Meister Nikolas;
Die junge Hausfrau schenkt' ihm ein,
Es war im heitern Sonnenschein. _
Die Sonne bringt es an den Tag.
(Chamisso, Die Sonne bringt es an den Tag)
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Versfuß
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> Metrum
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|
Versmaß
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> Metrum
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Volksballade
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Mündlich überlieferte > Ballade mit meist
einfachem Satz- und Strophenbau
Beispiel: Goethe, Es war ein König in Thule
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Volkslied
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Gereimtes Lied, das auf unbekannten Verfasser zurückgeht
und eine große Popularität besitzt Beispiel:
Arnim/Brentano: Des Knaben Wunderhorn)
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Volksliedstrophe
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Vierzeiler mit Kreuzreim, meist
dreihebige Jamben mit abwechselnd männlicher und
weiblicher Kadenz; meist allgemeinmenschliche Inhalte
wie Schmerz, Abschied, Tanz, Tod
Beispiel:
In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad
Mein Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat. (Eichendorff, Das
zerbrochene Ringlein)
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Waise
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Reimloser Vers innerhalb eines gereimten Versgefüges
Beispiel: Die Sonne bringt es an den Tag.
(Chamisso, Die Sonne bringt es an den Tag)
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Wiederholung
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Begriffe oder ganze Sätze werden wortgleich mehrfach
verwendet.
Beispiel:
Ich schreibe ein Gedicht.
Ich veranstalte eine Expedition.
Ich mache mich davon
aus Antwort und Beweis. (Weyrauch, Mein Gedicht)
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Zäsur
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(lat. Einschnitt)
Regelmäßig wiederkehrende Pause innerhalb
eines Verses, durch die der Versfuß getrennt wird.
Beispiel:
Mir ist ich weiß nicht wie / ich seufftze für
und für.
Ich weine Tag und Nacht / ich sitz in tausend Schmertzen;
(Gryphius, Thränen in schwerer Krankheit. Anno
1640)
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Zeugma
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(gr. Fessel, Joch)
Ungewöhnliche Verbindung zweier Satzglieder, meist
durch ein gemeinsames Prädikat
Beispiel: Sie hat ein Auto und Kopfschmerzen.
|
| nach
oben |